ha'atelier

Die nomadische Linie

Die nomadische Linie und der Tanz des Sufis: Wilhelm Worringer zu Orient und Okzident

 

Exposé

Islamische und jüdische Philosophen entwickeln ab dem 9. Jh. eine Lehre des schriftlichen Zeichens, nach der sich das Göttliche nicht im Bild/Fleisch des Sohnes verkörpert, sondern in Gestalt der Schrift/des Buchstabens kleidet, die hinfort mehr ist als nur der Träger einer verbalen Botschaft: Piktogramm, Gestalt, Körper, Zeichen, Geste. Die Unübersetzbarkeit der Schrift und ihrer Zeichen zeigt in ihren klassischen Konstellationen der sufischen und kabbalistischen Lehre das Überschüssige eines performativen und ästhetischen Mehrwerts an, welcher nicht erst in den Schriften von Roland Barthes und Jacques Derrida auf eine "Utopie des Textes" verweist. Der Umgang mit dem Zeichen, der Schrift und dem Buchstaben erweist sich insbesondere in klassischer islamischer kalligraphischer Überlieferung als performativ, gestisch, bewegungsorientiert, körperbezogen und sogar choreographisch.

 

Mit dieser Galerie-Werkstatt zur originären Verbindung von Kalligraphie und Choreographie beginnt ha’atelier eine Projektreihe zur visuellen und semiotischen Bedeutung des Buchstabens in der islamischen Kalligraphie.

 

Ort und Zeit

15.September 2007

Galerie Mani, Berlin

 

Teilnehmer

Abdul-Rahim al-Shaikh, Bir Zeit-Universität, Ramallah

Mohammad Askari, Berlin/Kairo

Hannes Böhringer, Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig

Almut Sh. Bruckstein, Berlin/Jerusalem

Mehdi Majd-Amin, Mani Galerie, Berlin/Teheran

 

Programm

Vernissage: "Die nomadische Linie in Bildern" mit Werken von Mehdi Majd-Amin

 

Einführung: "Hysterie und Berührung/Nomadische Kunst/Die unendliche Linie", Almut Sh. Bruckstein

 

Präsentation (englischsprachig): "The Sufi’s Dance", Abdul-Rahim al-Shaikh

 

Atelier-Gespräch mit den Teilnehmern (englischsprachig): "'Abstraktion und Einfühlung' als Grundprinzip islamischer Kalligraphie"

 

Musik: "Die nomadische Tonspur der Sufis", Spiel auf der Ney-Flöte von Mohammad Askari

 

Sponsor

Gerda Henkel Stiftung

 





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Idee Kalligraphie   Faculty
Mehdi Majd-Amin, Kalligraphie, 2002
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